Was ich schon immer über Whisky wissen wollte

Was ich schon immer über Whisky wissen wollte


Was ist Whisky – Definition und Geschichte
"Whisky" darf sich nennen, was aus Wasser und Getreide destilliert wurde, einen Alkoholgehalt von weniger als 94,8% Vol. hat und mindestens drei Jahre in Fässern mit maximal 185 Gallonen (700,3 Liter) Inhalt in einem Zollspeicher gelagert wurde.

Geschützte Herkunftsbezeichnung
"Scotch" darf sich der Whisky nennen, wenn er in Schottland destilliert und gereift ist. Es ist also eine geschützte Herkunftsbezeichnung, ähnlich dem Bordeaux, Cognac, Champagner etc.

Lebenswasser
Der Name "Whisky" kommt vom gälischen "uisge beatha", was "Lebenswasser" bedeutet. Es ist somit dieselbe Bezeichnung wie der nordische "Aquavit", was vom lateinischen "aqua vitae" abgeleitet ist. Die Schotten schreiben ihn "Whisky", die Iren und Amerikaner meistens "Whiskey".

Entstehung
Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1494. Der Whisky war ursprünglich ein Abfallprodukt des Gerstenanbaus im schottischen Hochland. Im Sommer wurde die Gerste als Grundnahrungsmittel und Viehfutter angebaut, im Winter aus den überzähligen Vorräten der wärmespendende Gerstenschnaps gebrannt.

Legalisierung
Bis ins frühe 19. Jahrhundert wurde der Whisky in unzähligen kleinen Brennereien, die oft nicht mehr als selbstgebaute Destillierapparate aus Töpfen und Schläuchen waren, schwarz gebrannt ohne Steuern zu zahlen. Erst 1823 wurde die Whiskyherstellung legalisiert. Die erste Brennerei, die sich eine offizielle Lizenz beschaffte, war "The Glenlivet" im Jahr 1824. Exportwirtschaftliche Bedeutung erlagte der Whisky erst um 1870, als ein Reblausbefall die Weinernte in Frankreich vernichtete und damit auch die Produktion von Weinbrand zum Erliegen brachte. Da gleichzeitig das "blenden" von Whisky, also das Verschneiden des hochwertigen Malt mit billigem Grain-Whisky erfunden wurde, konnte er sich schnell als neues Modegetränk etablieren.

Malt Whisky
Whisky darf sich also alles nennen, was aus Getreide und Wasser destilliert wird. Der amerikanische "Bourbon" z.B. ist aus Mais, der "Rye" aus Roggen und Whisky aus (ungemälzter) Gerste nennt man "Grain". Für den "Malt" verwendet man "gemälzte" Gerste, also Gerste, die durch Wasserzugabe zum Keimen gebracht wurde. Der Geschmack des Whisky verbessert sich dadurch enorm, er wird runder und weicher. Durch das Trocknen der gekeimten Gerste über Torffeuern kann man für zusätzliche Geschmacksstoffe sorgen. Die Herstellung von Malt Whisky ist wesentlich aufwendiger als die Herstellung von reinem Grain Whisky. Grain Whisky kann in billigeren und effektiveren Destilliergeräten (sog. "patent stills" oder nach ihrem Erfinder "Coffey stills") hergestellt werden und reift schneller, da er weniger gelöste Bestandteile enthält. Malt Whisky dagegen wird in aufwendigen Kupfer-Brennkesseln ("pot stills") gebrannt und wird in der Regel 10 Jahre und mehr in Holzfässern gelagert. Das macht ihn besser, aber auch teurer.

Single Malt
Wodurch wird der Malt zum Single? Besteht der Whisky aus reinem Malt, ist aber aus mehreren Brennereien gemischt, so nennt man ihn "Pure Malt" oder "Vatted Malt". Kommt er nur aus einer einzigen Brennerei, nennt man ihn "Single Malt". Trotzdem ist auch ein Single Malt immer aus mehreren Jahrgängen einer Brennerei zusammengemischt, um einen einheitlichen Geschmack für die "Marke" zu erreichen. Das auf dem Etikett angegebenen Alter bezieht sich dabei immer auf den jüngsten Malt in der Mischung. Einzelne Fässer unterscheiden sich immer im Geschmack, da dieser von vielen Faktoren wie dem Holz des Fasses, der während der Lagerung erfolgten Verdunstung, der Destillation an sich und vielem mehr abhängt.

Blended Whisky
Das Gegenstück zum Single Malt Whisky ist der "Blended Whisky". Er ist eine Mischung aus mehreren, oft 30 oder mehr Whiskysorten, um immer einen einheitlichen Geschmack zu erhalten. Dabei gibt es meist einen "Lead Whisky", einen hochwertigen Single Malt, der für den individuellen Geschmack und die Weichheit der Mischung sorgt. Der Rest der Mischung besteht dann zum größten Teil aus minderwertigeren Grain Whiskys. Beispiele für Blended Whiskys und ihren Lead Whisky sind z.B. "Johnnie Walker Red Label" mit Cardhu oder "Chivas Regal 12 years" mit dem exzellenten Strathisla.

Quelle: www.whiskyfanpage.de (Jörg Bechtold)